Gelebte Partizipation am Zoo

Café Müller feiert Geburtstag

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Der schönste Platz ist auch im Café Müller immer an der Theke (von links): Barbara Weichler, Johannes Obst, FSJlerin Lea und Architekturstudent Emil.

Ostend (zjs) – „Es ist kaum zu glauben, aber Ende Mai wird das Cafésatz schon 30 Jahre alt“, freut sich Barbara Weichler, Geschäftsführerin von Junularo Frankfurt – Raum für Jugend, der Trägerverein der Einrichtung.

Bei den jungen Leuten ist das Café in der Zobelstraße 9 bestens bekannt, kommen sie doch aus dem nahegelegenen Heinrich-von-Gagern-Gymnasium ebenso wie von der Herderschule. In den schwarz möblierten bequemen Sitzecken kann man sich hinfläzen oder am Tisch neben seinem Kaffee den Laptop aufbauen und arbeiten. Wenn dann allerdings jemand anfängt, Ukulele zu spielen und die Tischnachbarn stimmen singend mit ein, ist es vorbei mit der Konzentration. Johannes Obst kennt das. Er ist seit einem Jahr als Hauptamtler im Café Müller tätig und für die jungen Leute zwischen 14 und 27 Jahren Ansprechpartner in allen Belangen. „Mir fällt immer wieder auf, wie wertschätzend die jungen Leute bei uns miteinander umgehen“, sagt der Sozialarbeiter, der von jedem Gast begrüßt wird, weil man einander kennt.

Es herrscht eine vertraute Atmosphäre und das ist für die jungen Leute wichtig. Sie fühlen sich wohl, weil sie sein können, wie sie sind. Sven, 16 Jahre, kommt gerne vorbei, denn „ hier treffe ich immer jemanden, den ich kenne“, so der Gagern-Schüler, der im kommenden Jahr Abi machen will. Die Gemeinschaft geht über die Schulzeit hinaus weiter, deshalb gibt es das Selbstverwaltungsorgan Cafésatz. Dort sind 20 junge Erwachsene organisiert, die ihre Mitsprache geltend machen, sei es bei der Getränkeauswahl oder bei der Anschaffung neuer Möbel. „Durch den partizipativen Aspekt lernen die jungen Leute, Verantwortung zu übernehmen, sich einzubringen, Rücksicht und Geduld zu üben“, ist Barbara Weichler überzeugt.

Das Konzept hat sich bewährt. Das Café ist täglich von neun bis 16 Uhr geöffnet, im Anschluss und an den Wochenenden können sich die ehrenamtlichen Mitglieder vom Cafésatz weiter dort aufhalten, denn ein Großteil von ihnen verfügt über einen Schlüssel zur Einrichtung. Den bekommt allerdings nicht jeder: Man muss über 18 Jahre sein, ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen und den Jugendschutz einhalten. Emil, 21 Jahre, gehört dazu. Früher war er als Schüler dabei, heute als Architekturstudent. Er kommt gerne dorthin, denn für ihn, wie für viele andere, ist es das zweite Wohnzimmer geworden. Die Küche ist schon da. Dort können sich die Jugendlichen zum Beispiel Pizza warm machen.
Wer an der Geburtstagsfeier mit offener Bühne, Live Musik und Kleinkunst am 25. Mai teilnehmen möchte, meldet sich bis 5. Mai an unter: 30jahrecafemueller@junularo-ffm.de.

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