Am Bernemer Mittwoch endet die 412. Kerb mit einem Straßenfest

Fröhliche Trauer zum Abschluss

Horst Gregori entzündet den schwarzen Sarg, der in diesem Jahr mit Zweigen geschmückt ist. In ihm: Die Lisbeth der 212. Bernemer Kerb. Fotos: Faure

Bornheim (jf) – Schon um 13 Uhr beginnt der Bernemer Mittwoch und endet um Mitternacht. Veranstalter ist die Bernemer Kerwe Gesellschaft.

Christian Henrich, Erster Kassierer, zieht am Mittwochabend vor dem Trauerzug eine erste positive Bilanz: „Bis auf den Regen am Freitag und ein paar Unstimmigkeiten über die Reinigung des Festplatzes am Sonntagmorgen ist alles gut und friedlich gelaufen. “.

Der Bernemer Mittwoch ist Kult – nicht nur im „lustigen Dorf“. Entsprechend voll ist es auf der Gass’ zwischen Saalburg- und Freihofstraße. Über 60 Stände bieten Snacks und Getränke an, auf fünf Bühnen spielen abends Bands – „Mixxed Up Light“ auf der Bühne neben dem Stand der Kerwe Gesellschaft, „Two for You“, organisiert von den Karnevalsvereinen von „Vier unner aaner Kapp“, am Füffingerplätzchen. Bauchtanz, Impro-Theater und DJ-Musik erleben die Besucher am Hohen Brunne, organisiert von der Interkulturellen Bühne und dem „Puzzles“; „Heartbeat“, verpflichtet vom „Wein-Dünker“, spielt vor der Kirchnerschule und „Mallet“ vor der „Weißen Lilie“.

Die Lisbeth-Verbrennung ist jedes Jahr ein besonderes Schauspiel. Gegen 22 Uhr bewegt sich der Trauerzug, begleitet von zunächst getragener, später eher an New Orleans erinnernde Musik der „Petite Fleur Jazz & Blues Band“ bis vor die Bühne am Stand der Kerwe Gesellschaft. Kerweburschen und -mädchen weinen (oder lachen?) laut in große Taschentücher. Rot-weißes Absperrband soll die Neugierigen vor allzu großer Nähe zu den Fackeln, mit dem der kleine Sarg – in diesem Jahr sogar mit einem grünen Zweig geschmückt – schützen. Doch bevor der schwarze Kasten in Brand gesteckt wird, hält traditionell Pfarrer Hanskarl Kirchner die Trauerrede; er forderte von allen, das Grundgesetz zu respektieren, tolerant den Mitmenschen gegenüber zu sein und die Arbeit der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste zu achten. Außerdem wünschte er sich mehr Wertschätzung für das Ehrenamt. „Wir danken allen, die zum Gelingen der Kerb beigetragen haben und würden uns über weitere Sponsoren und unterstützende Mitglieder freuen.“ Das Fest zeigte, dass Menschen zusammenrücken ohne Neid und Hass. Aber zahllose Genehmigungen erschweren die Organisation und verteuern die Kerb. „Erhalte Bernem die Vielfalt der Gaststätten und Geschäfte, aber auch bezahlbare Mieten“, bat Kirchner den lieben Gott. Dann wurde mit einem dreifachen „Baum hoch!“ der Sarg in Flammen gesetzt – mit dem Hinweis, dass Lisbeth, die Schutzpatronin des Festes, zur 413. Kerb im August 2020 wieder auferstehen wird.

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