Verkehrsbetrieb und Engagierte präsentieren „Bahn der Vielfalt“

Fröhlich, bunt und mittendrin

Engagierte vor der Bahn (von links): Simon Merz, Uwe Hoppers, Joachim Letschert, Markus Schubert, Ariane Fischer und Claus Wagner. Foto: Faure

Riederwald (jf) – „My body, my identity, my life“, „Lieb doch wen du willst“, „Gemeinsam für Vielfalt“ und „Liebe kennt kein Geschlecht“ sind auf den U-Bahn-Wagen zu lesen.

Vor anderthalb Jahren hatte Britta Helfrich vom Verein CSD Frankfurt die Idee mit der Bahn, die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) war dabei: „Vielfalt ist ein Grundwert unseres Unternehmens“, sagte Geschäftsführer Thomas Wissgott zur Präsentation des Wagenzugs auf dem Betriebshof in der Gustav-Behringer-Straße. „An der Gestaltung waren viele beteiligt, die Bahn ist ein starkes Bekenntnis der Stadt und erinnert an die Anfänge der CSD-Bewegung vor 50 Jahren“, fügte Bildungsdezernentin Sylvia Weber hinzu. Das studio3 hatte die Ideen grafisch umgesetzt.

Am 28. Juni 1969 wehrten sich im New Yorker Stadtteil Greenwich Village in der Bar Stonewall in der Christopher Street erstmals Dragqueens, transsexuelle Latinas und Schwarze gegen die gewalttätigen Razzien der Polizei. Ein Jahr später wurde das „Christopher Street Liberation Day Committee“ in New York gegründet, die Stadt Zürich in der Schweiz feierte 1978 den ersten europäischen Christopher Street Day (CSD), ein Jahr später zogen in Deutschland Bremen, Köln und Berlin nach. In Frankfurt wird der CSD mit einer Parade seit 1993 gefeiert. Und 50 Jahre nach den historischen Ereignissen in New York ist der CSD mit einer „Bahn der Vielfalt“ in der Stadtgesellschaft angekommen. Die traditionell blau-weiße Bembelblume leuchtet knallbunt, Regenbogenfarben sprudeln aus dem Krug.

Viele Organisationen erkämpften Stück für Stück mehr Freiheiten; der Paragraf 175, der Homosexualität unter Strafe stellt, wurde in Deutschland erst 1994 abgeschafft. „Nach wie vor gibt es Menschen, die gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und queer Lebende (LSBTQ) sind“, sagte Weber. Als ein öffentliches Bekenntnis zur sexuellen Vielfalt leuchten seit 2018 nach einiger Diskussion die schwulen und lesbischen Ampelpärchen an der Konstabler Wache. Nun also die Bahn. Durch ganz Frankfurt.

Britta Helfrich und ihre Mitstreiter aus den verschiedenen Vereinen und Organisationen freuen sich: Ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch bleibt den Engagierten in Sachen Gleichberechtigung und Akzeptanz aller Geschlechter noch viel zu tun.

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