Neue Ausstellung führt Historie und moderne Assistenzsysteme zusammen

Freiheit und überwindbare Barrieren

Barabara Klein mit dem Streichelbot Qoobo. Foto: Faure

Nordend-Ost (jf) – Gespannt sitzen die Jugendlichen an einem der Tische im Saal der Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige.

Sie waren mit beteiligt, die neue Ausstellung „Hallo Freiheit! Zusammen über Barrieren“ aufzubauen und gehören zum Café Rothschild, einem inklusiven Ausbildungs- und Qualifizierungsprojekt.

140 Interessierte hatten sich angemeldet und sind an diesem Morgen in die Rothschildallee 16a gekommen. Barbara Klein, Professorin für Organisation und Management der Sozialen Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS), begrüßt die Gäste. Auf der Bühne übersetzten Claudia Beise und Alexandra Eppler das Gesprochene in Gebärden, zudem ist der Text auf einem Monitor ablesbar.

„Wie kann eine Wohnung möglichst barrierefrei gestaltet und an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden? Mit dieser Frage haben sich die Frankfurter Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige, die UAS und der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen beschäftigt, ein Konzept erarbeitet und in der neuen Ausstellung in neuen Räumen verwirklicht“, erklärt Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld. Die Exposition biete einen Einblick ins Leben mit Gehörlosigkeit und informiere zugleich über moderne Hilfsmittel und Assistenzsysteme. Schwierig sei es gewesen, einen barrierefreien Zugang einzurichten. „Aus Fördermitteln haben wir ein Behinderten-WC, einen Aufzugsnotruf für Gehörlose, barrierefrei elektrisch öffnende Türen und eine akustische Dämmung im Schulungs- und Gastronomiebereich ermöglicht“, fügt die Dezernentin hinzu.

Anfang 2019 wurde in der Stiftung eine dritte Stelle für ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) in Frankfurt eröffnet. Die drei Stellen haben unterschiedliche Schwerpunkte.

„In unserer Gesellschaft werden die Menschen älter, damit steigt auch die Pflegebedürftigkeit“, sagt René Thiele, Vizepräsident der UAS für Studium und Lehre. „Es geht darum, sie bei einem möglichst langen autonomen Leben zu unterstützen.“ Außerdem werden Antworten gesucht, um den Fachkräftemangel im Pflegebereich durch intelligente Systeme zu lindern.

2018 wurde an der UAS das interdisziplinäre Forschungszentrum Future Aging gegründet, das innovative Lösungen für Wohnen und Arbeiten älterer Menschen anbietet und mit Praxispartnern kooperiert.

Schon seit 1998 gibt es die Zusammenarbeit mit dem VdK, mit der Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige ist ein weiterer Partner hinzugekommen. Aus der seit 2012 an der damaligen FH gezeigten Ausstellung „Barrierefreies Wohnen und Leben“ ist nun eine neue Exposition geworden, in der auch Ausstellungsgegenstände des früheren Museums zu sehen sind.

„Barrierefreiheit bedeutet nicht nur Umbau, sondern auch Veränderung in den Köpfen. Wir müssen alte Denkmuster aufbrechen“, betont Claudia Koeppen-Rokstein, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des VdK Hessen-Thüringen.

Petra Blochius, Geschäftsführerin der Stiftung, informiert über die Arbeit ihrer Organisation und Kursangebote im Haus.

Die Räume im Untergeschoss sind kaum wiederzuerkennen. Hell und freundlich sind Wohn-, Arbeits- und Schlafbereich gestaltet, die musealen Exponate fügen sich gut ein. Außerdem gibt es eine Spielecke, in der Barbara Klein ihre neuste Errungenschaft aus Japan zeigt: Den Streichelbot Qoobo. In Fernost ist das Kuschelkopfkissen mit wackelndem Schwanz beliebt.

Die neue Ausstellung auf etwa 200 Quadratmetern ist jeden letzten Mittwoch im Monat von 13 Uhr bis 15 Uhr und nach Vereinbarung zu sehen.

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