Wieder süßer Nachwuchs im Frankfurter Zoo

Besucher dürfen sich auf Addax-Böckchen und drei Stachelschweine freuen

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Meistens liegt das junge Addax-Böckchen noch im Gras.

In den letzten Tagen hat sich im Frankfurter Zoo in Sachen Neuzugängen einiges getan. Vergangene Woche sind drei Stachelschweine in die ehemalige Anlage der Tammar-Wallabys eingezogen.

Ostend –Außerdem gibt es gute Nachrichten aus der Afrikasavanne, die hochbedrohten Addax-Antilopen haben Nachwuchs bekommen: Mutter Tommie brachte ein gesundes Böckchen zur Welt. Für das vierjährige Weibchen ist es das zweite Jungtier. Vater ist der fünf Jahre alte Zucht-Bock Paddy.

Die ersten Tage nach der Geburt verbrachte das Jungtier noch im Stall bei seiner Mutter. Nun ist es auch auf der Außenanlage zusammen mit der restlichen Gruppe zu sehen. Da das Jungtier noch viel liegt, müssen Besucher eventuell ein bisschen suchen. Insgesamt ist die Gruppe nun auf sieben Tiere angewachsen.

„Es gibt immer einen Anlass in den Zoo zu gehen, der Tierbestand ist durch Nachzuchten und neue Tierarten immerzu im Wandel. Mit der Nachzucht der hochbedrohten Addax-Antilopen und den Stachelscheinen hat der Zoo gleich zwei neue Highlights zu bieten“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Mit ihrem hellen Fell und den mächtigen gedrehten Hörnern sind Addax-Antilopen schön anzuschauen. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet war das nördliche Afrika, über die Sahara bis zum Sudan. Heute ist die Art vom Aussterben bedroht. Aktuelle Zahlen der Weltnaturschutzunion (IUCN) gehen von weniger als 100 Tieren aus, die in einem kleinen Gebiet in Niger überlebt haben. „Wir sind sehr stolz darauf, mit unseren Nachzuchten seit vielen Jahren zum Erhalt der Zoopopulation dieser wunderbaren Tierart beizutragen“, sagt Zoodirektor Miguel Casares. Aktuell werden Addax-Antilopen nur in sieben Zoos in Deutschland gezeigt.

Das Stachelschwein, das nun im Zoo lebt, will keiner als Feind haben. Fotos: Zoo Frankfurt/p

Stachelschweine gehörten bei der Zoogründung 1858 zum ersten Tierbestand. Auch in den späteren Jahren wurden immer wieder Stachelschweine in Frankfurt gezeigt, die letzten Tiere verließen 1987 den Zoo. Nun sind wieder Stachelschweine in Frankfurt zu sehen.

Die drei weiblichen Weißschwanz-Stachelchweine kamen aus dem Naturschutz-Tierpark Görlitz zunächst in die Quarantänestation nach Frankfurt. Die Tiere sind zwischen acht und zehn Monaten alt und bewohnen seit Mittwoch die ehemalige Anlage der Tammar-Wallabys unterhalb des Exotariums.

Stachelschweine sind wegen der Umwandlung ihres Haarkleids in ein Stachelkleid von besonderem zoopädagogischem Interesse. Das Fell ihrer Körperoberseite ist zu einem Stachelkleid umgewandelt, das der Selbstverteidigung dient. „Es ist nicht witzig, sich mit einem Stachelschwein anzulegen“, sagt Casares, „Nähert sich ein Feind, stellen sie zunächst die Stacheln auf und rasseln dann mit den hohlen Stacheln am Schwanz. Kommt der Angreifer dennoch näher, drehen sie ihm ihr Hinterteil zu und rammen ihm die leicht brüchigen Stacheln in den Körper. Das Stachelkleid macht Stachelschweine also zu einer wenig einladenden Beute für Großkatzen oder große Greifvögel.“

Stachelschweine sind Generalisten, sie besiedeln verschiedenartige Lebensräume und ernähren sich von einem breiten Spektrum an Pflanzenmaterialien, nur gelegentlich fressen sie Fleisch. Die Art ist in Asien weit verbreitet, von der Türkei bis Indien und China, und gilt als nicht gefährdet.

(red)

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