Für Flinke Schwimmer

Zoo eröffnet Pinguinanlage

+
Luis Escalante Schuler (von links), Ina Hartwig, Peter Feldmann, Jan Schneider und Miguel Casares zerschneiden das Band zur Eröffnung der Anlage – die Pinguine freuen sich.

Ostend (jf) – Wie elegant, pfeilschnell und geschickt sich die kleinen Frackträger im Wasser bewegen! Das lässt bei den Besuchern Bewunderung aufkommen. Und ein bisschen Neid. 25 Humboldt-Pinguin haben die neue, knapp 2000 Quadratmeter große Anlage in ihren Besitz genommen.

410 Quadratmeter sind Bruthöhlen, Sträuchern, Gräsern und Felsen vorbehalten, so wie das in ihrer ursprünglichen Heimat an der Pazifikküste Nordchiles und Perus üblich ist. 435 Kubikmeter Wasser stehen den ausgezeichneten Tauchern und Schwimmern außerdem zur Verfügung. Insgesamt hat das Areal Platz für 30 bis 40 Brutpaare. Im Dezember 2016 erfolgte unter der Leitung des damaligen Zoodirektors Manfred Niekisch der Start de komplexen Bauvorhabens. Nun verkündet der jetzige Direktor Miguel Casares den ersten Besuchern mit Freude: „Sie werden staunen, was es alles über Pinguine zu erfahren gibt.“

„Nun können Kinder und Erwachsene die Tiere, die schon immer Emotionen in den Menschen hervorgerufen haben, in einem natürlichen Umfeld sehen und sie an Land und im Wasser beobachten“, sagte OB Peter Feldmann und lobte den Bau der Anlage als großartige Teamleistung des Architekturbüros Liquid Fay und der Landschaftsarchitektin Ariane Röntz. Das Amt für Bau und Immobilien koordinierte die Maßnahme. „Gerne haben wir diese Aufgabe übernommen. Es ist schon etwas Besonderes, im Zoo zu bauen“, sagte Baudezernent Jan Schneider.

Dennoch war das Vorhaben nicht völlig ohne Hindernisse zu bewältigen; der Große Weiher musste abgelassen, Fische und Schildkröten abgefangen und das Restwasser aufwendig aufgestaut werden. Außerdem wurde noch ein Blindgänger gefunden, der jedoch gefahrlos abtransportiert werden konnte.

Jetzt finden die Besucher ideale und barrierefreie Wege durch die Anlage vor. Die Blickachse vom Gesellschaftshaus zum Wasserturm blieb gewahrt. „Mit der Pinguinanlage ist Frankfurts größtes Klassenzimmer, der Zoo, noch attraktiver geworden“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig. Ab Mitte August wird Kindern, die aus Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 4500 Euro kommen, freier Eintritt in den Zoo gewährt.

Das großzügige Pinguin-Areal hat 7,2 Millionen Euro gekostet und ist das größte und letzte Projekt im Rahmen des 2008 beschlossenen 30-Millionen-Euro-Investitionsprogramms für den Zoo. Doch die Entwicklung des Tiergartens geht weiter; im Zoo-Gesellschaftshaus soll ein Kinder- und Jugendtheater sein Domizil finden, im östlichen Bereich ist in Kooperation mit der Zoologischen Gesellschaft die Einrichtung eines Conservation Centers geplant und im Zoo selbst stehen zahlreiche Entwicklungsmaßnahmen an.

Zur Eröffnung war auch Luis Escalante Schuler, Generalkonsul von Peru, gekommen. Er erinnerte an den 160. Todestag von Alexander von Humboldt am 6. Mai. Nach ihm ist diese Pinguin-Art benannt. Der Generalkonsul war sich sicher: Im Frankfurter Zoo geht es den Humboldt-Pinguinen genauso gut wie ihren Artgenossen im Naturschutzgebiet Paracas National Reserve, knapp 300 Kilometer von der Hauptstadt Lima entfernt. Und für die Frankfurter sind die erstaunlichen Tiere nun wesentlich schneller zu beobachten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare