Bun te Ständen, Bühnenprogramm und viele Initiativen

Fahrrad im Fokus beim Rot lintstraßenfest

Manfred und Mathias mit dem „Park-Bike“, einem Projekt von BUND, VCD und dem Verein Kinder im Gallus – das bepflanzte Lastenrad soll für mehr Grün in der Stadt werben. Foto: Faure

Nordend (jf) – Das Rotlintstraßenfest zwischen Friedberger Platz und Egenolffstraße hatte schon immer seinen ganz eigenen Charme.

Auch in diesem Jahr bei knapp 30 Grad war das so: „Gut, dass die Bäume gewachsen sind und ein bisschen Schatten spenden“, sagte Marina Ploghaus, eine der Organisatoren aus der Stadtteilgruppe der Grünen. Seit Mai bereiteten etwa 15 Aktive das Fest vor. Erstmals lief die Anmeldung über ein Online-Formular. „Die letzte Zusage haben wir am Tag des Festes in den frühen Morgenstunden erhalten“, verriet Ploghaus.

Plastik sollte in diesem Jahr nicht auf dem Fest verwendet werden, die Besucher wurden gebeten, Geschirr und Gläser selbst mitzubringen. Funktionierte. Fast.

„Die Organisation wird von Jahr zu Jahr aufwendiger. Das macht es nicht einfacher. Doch obwohl gerade an diesem Samstag viel los ist in der Stadt, freuen wir uns, dass so viele Leute in die Rotlintstraße gekommen sind. Es ist wie eine große Familie, viele kennen einander seit Jahren“, sagte die Engagierte.

Das Bühnenprogramm war bunt und vielfältig, reichte vom Auftritt der Band der IGS Nordend über eine Kampfkunst-Demonstration von „Frauen in Bewegung“ mit Sunny Graff bis zu selbst komponierten Songs der Frankfurterin Fee.

An den Ständen gab es Second-Hand-Spielzeug und -Klamotten, antiquarische Bücher, Schallplatten und CDs, Sushi, Bio-Mirabellen, vegane Köstlichkeiten und vieles mehr. Etwa 30 Initiativen warben für ihre Anliegen.

Das Ausbildungsprojekt „FaPrik“ hatte seinen mobilen Schub-Laden mitgebracht und verkaufte Holzbuchstaben-Waggons, Socken und kreativ gestaltete Waschlappen. Das übernahmen die beiden Azubis Lorin und Obse, die erst vor neun Tagen ihre Lehre zur Verkäuferin aufgenommen haben. Ihnen zur Seite stand Ausbilderin Beate Fuhnich. „Wir haben übrigens sowohl in diesem Fachbereich als auch in der Gastronomie-Ausbildung im Startorante im Gallus noch Plätze frei“, sagte die Pädagogin. Mehr dazu ist unter www.faprik.com zu erfahren.

Zwischen den rund 120 Ständen liefen Stadträtin Rosemarie Heilig und der Initiator des Festes Jörg Harraschain durch die Menge und verkauften Tombola-Lose. 999 Gewinne sollte es geben. „Als ersten Preis lädt Omid Nouripour zu einer Berlin-Reise ein. Der zweite Preis ist ein Fahrrad des Geschäftes Radschlag, es gibt außerdem unter den Hauptpreisen einen Präsentkorb, ein Kulturpaket und eine kulinarische Reise durchs Nordend“, erklärte Harraschain, der dankbar für die Spenden der Sponsoren ist. „Der Erlös aus der Tombola kommt der Initiative Radentscheid zugute.“

Nordend-Ortsvorsteherin Karin Guder dankte den Engagierten für die Organisation des Festes und den Anwohnern für ihre Geduld und ihr Verständnis.

Gesche Oppermann vom Radentscheid verwies auf die von der Initiative gesammelten 40.000 Unterschriften für eine bessere Infrastruktur für Radfahrer und auf den Kompromiss, der mit dem Magistrat gefunden wurde. Doch sieben tote Radfahrer 2018 und bislang drei tote Radfahrer 2019 allein in Frankfurt seien zu viele. Es gehe nicht nur um den Ausbau des Radwegenetzes, sondern auch um die Verbesserung der bestehenden Radwege. Insgesamt forderte sie von allen Verkehrsteilnehmern mehr Rücksichtnahme. Das wünschte sich auch Marina Ploghaus. „Außerdem müssen wir mehr für unser Klima tun, den Autoverkehr reduzieren, stärker aufeinander zugehen.“ Über diese Ziele war man sich beim Rotlintstraßenfest einig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare