Programm des 412. Festes

Das erwartet Besucher der Bernemer Kerb

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Kerwebürgermeister Ralf Moritz mit Corinna Köhler (links), daneben das Kerwepaar Ilona Minashvili und Josef Kipka, dahinter Ortsdiener Dieter Bender.

Bornheim (jf) – Ein neues Kerwepaar steht auf dem Platz vor der Johanniskirche. Schick sehen beide aus. Die 26-jährige Ilona Minashvili kommt aus Georgien, war dort Lehrerin und lebt seit zweieinhalb Jahren in Frankfurt.

Sie bereitet sich auf ihr Germanistikstudium an der Goethe-Universität vor, jobbt nebenbei als Babysitterin und im Service des Turmstübchens. Und dort ist auch die Verbindung zu ihrem Kerwepaarpartner Josef Kipka (60 und dreifacher Großvater) zu finden. Der neue Geschäftsführer der kleinen Kneipe, im Hauptberuf Postbote, ist kurzerhand mit Ilona Minashvili eingesprungen, als die Zeit immer knapper wurde und Interessenten für das Amt absprangen. „Er hat unsere Not gesehen und nicht lange überlegt“, verrät Christian Henrich, Erster Kassierer der Bernemer Kerwe Gesellschaft, die gegenwärtig 118 Mitglieder hat.

„Minashvili und Kipka sind zwar keine Mitglieder, aber willkommene Gäste“, erklärt Corinna Köhler, die wieder mit Ralf Moritz das Bürgermeisterpaar bildet. Sie hat Ilona Minashvili unterstützt, mit ihr das Kleid ausgesucht und anprobiert. Tatsächlich steht der jungen Frau mit den langen roten Haaren das Kleid mit Mieder, elegantem Rock und viel Spitze an der Bluse sehr gut. Ihr Partner trägt eine unauffällig geblümte schwarze Samtweste, Kniebundhosen und einen Dreispitz. Den Gehrock hat er über den Arm gelegt – es ist zu warm, um ihn anzuziehen. Alle vier präsentieren sich in Kostümen, die an die Biedermeierzeit des 19. Jahrhunderts angelehnt sind. Ortsdiener Dieter Bender mit großer Lederschärpe und Glocke zeigt sich gewohnt in blauer Uniform.

„Kerbeburschen“ und „Kerbemädscher“ in schwarzen beziehungsweise roten T-Shirts mit dem Wappen der Bernemer Kerwe Gesellschaft vervollständigen später das Bild.

Am Freitag, 9. August, beginnt das Fest um 17 Uhr mit der 14. Bernemer Blues & Folk Night auf dem Festplatz. Mit dabei sind „Blues 66“, „Foolhouse Bluesband“ und „Honey Creek“. Der Ortsdiener und die beiden Paare läuten ab 19 Uhr die 412. Bernemer Kerb in den Wirtschaften des Viertels ein.

Früh raus geht es am Samstag für die Aktiven: Der Kerbebaum wird geholt. „Wir haben uns bereits einen Baum ausgeguckt und hoffen, dass er grün bleibt, denn viele Bäume im Enkheimer Wald leiden unter der Trockenheit“, bemerkt Henrich. Sowohl die Genehmigung zum Baumschlagen als auch die für den Transport liegen vor. „Damit ist es wohl deutschlandweit der erste Kerbebaumtransporter, den der TÜV begutachtet hat“, sagt Henrich und schmunzelt.

Nach dem Aufstellen des Baumes am späten Samstagvormittag folgt gegen 17 Uhr der große Festumzug mit rund 60 Zugnummern. Fassbieranstich und Anböllern begleiten den offiziellen Start der Kerb.

Am Sonntag, 10. August, gibt es von zwölft bis 16 Uhr wieder ein Kinderfest, das die Freiwillige Feuerwehr Seckbach ausrichtet. Um 16 Uhr findet vor dem Hotel und Restaurant „Schmärrnche“ der traditionelle Gickelschmiss statt.

„Für den Bernemer Mittwoch haben sich auf der Berger Straße zwischen Saalburgstraße und Freihofstraße sehr viele Standbetreiber angemeldet, wir haben keinen Platz mehr frei“, sagt Henrich. Auf fünf Bühnen wird in diesem Jahr gerockt. Mit der Verbrennung der Schutzpatronin, der Lisbeth, endet die 412. Kerb in der Nacht zum Donnerstag, 15. August.

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