Neujahrsempfang des Ortsbeirats 3 mit guter Bilanz und ambitionierten Plänen

Erfinder und Kreative geehrt

Walter Günther (von links), Karin Guder, Maren Kurth-Zingelmann und Rita Lorz. Foto: Faure

Nordend (jf) – Blitzeblank und ordentlich nebeneinanderstanden die kleinen Winterdienstfahrzeuge und größeren Lkw auf der einen Seite sowie Kleinkehrmaschinen und weitere Einsatzfahrzeuge auf der anderen Seite der Fahrzeughalle der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES).

In der Mitte waren Tische und Bänke aufgestellt worden. Alles war vorbereitet für den Neujahrsempfang des Ortsbeirats 3 (Nordend).

Musikalisch stimmten der Gebärdenchor der IGS Nordend unter der Leitung von Laura Villalba-Weinberg und Gebärdendolmetscherin Lorena Zilles sowie die Hip-Hop-Gruppe des Mädchenkulturzentrums Mafalda, betreut von Anna Maria Bolender, ein.

FES-Pressesprecher Michael Werner begrüßte die zahlreichen Gäste an diesem ungewöhnlichen Ort. „Zu Silvester hat Frankfurt erneut bewiesen, dass es feiern kann. Doch es könnte auch ein bisschen mehr aufräumen“, beklagte Werner das mangelnde Sauberkeitsbewusstsein vieler Bürger. Die FES jedenfalls bemühe sich täglich um ein sauberes Stadtbild.

Der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Ulrich Baier überbrachte das Grußwort seines Gremiums. Während 2019 von Diskussionen über die Günthersburghöfe und den Glauburgbunker gekennzeichnet waren, gehe es 2020 vor allem um die Zukunft der Schulen, die Umsetzungen von Forderungen aus dem Radentscheid-Kompromiss, um Bauland und die Aufarbeitung der Awo-Missstände. Für den Magistrat sprach Verkehrsdezernent Klaus Oesterling. Der Stadtrat dankte besonders den Ehrenamtlichen, die erheblich zu einer stabilen Grundlage der Gesellschaft beitragen. „Ich hoffe auf eine hohe Beteiligung an der Kommunalwahl 2021“, sagte er.

Frankfurt sei pro Jahrzehnt um etwa 100.000 Einwohner gewachsen, das Wegenetz hingegen könne kaum erweitert werden. Deshalb sollten mehr Menschen auf das Auto verzichten und aufs Rad oder den Öffentlichen Personennahverkehr umsteigen. Im nächsten Jahr werde die Friedberger Landstraße von vier auf zwei Fahrspuren umgebaut, zudem ist eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 18 von der Friedberger Warte über den Heiligenstock bis nach Bad Vilbel geplant. Die Haltestelle Grafensteiner Platz bleibe natürlich erhalten. Das Projekt Friedberger Landstraße werde sicher nicht ohne Diskussionen über die Bühne gehen, das sei Oesterling klar.

Ortsvorsteherin Karin Guder warb für Baumpatenschaften. Außerdem sollen Grünflächen erhalten und aufgewertet werden. Der Ortsbeirat wünsche sich künftig einen weiteren Bürgertreff am Ort des Glauburgbunkers, der im Frühjahr abgerissen werde. Eine Maßnahme, die Anwohnern, Schule und Kitas Geduld abverlange. Man müsse im Dialog mit dem Bauherrn stehen, um frühzeitig mögliche Schwierigkeiten klären zu können.

„Nutzungskonflikte beschäftigten den Ortsbeirat 2019“, sagte Guder. Einige konnten gelöst werden, so begrüßten die Anwohner des Alleenrings die Einrichtung einer nächtlichen Tempo-30-Zone. Ein Highlight sei die Wiedereröffnung des Chinesischen Gartens gewesen. Im April 2020 werde hoffentlich auch die benachbarte Orangerie wieder zugänglich sein, eine Toilettenanlage werde folgen. Sicher sei nun auch, dass 2020 wieder das Berger Straßenfest (22./23. Mai) stattfinde.

Auf dem Neujahrsempfang wurden außerdem Stadtteilpreise vergeben. Dabei stand das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund. Je 300 Euro erhielten der Erfinder und Schlossermeister Walter Günther und die Mode-Kreativ-Werkstatt der Diakonie. Günther überzeugt seit 20 Jahren mit unglaublichen Mechaniken, bei deren Produktion er auch mit den Praunheimer Werkstätten kooperiert. Die Mode-Kreativ-Werkstatt bietet seit acht Jahren überraschende Upcycling-Produkte aus eigener Werkstatt an.

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