Musikalische Traumreise

Benefizkonzert der Stadtkapelle Enkheim im Riederwald

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Dirigent Istral Lucas strahlte pure Energie aus.

Riederwald (zbs) – Zum neunten Mal gab die Stadtkapelle Bergen-Enkheim ein Benefizkonzert in der Heilig-Geist-Kirche im Riederwald. Erneut kam der gesamte Spendenerlös der Stiftung Bärenherz zugute, die ein Kinderhospiz in Wiesbaden betreibt.

Auch weil es der letzte Auftritt des Dirigenten Istral Lucas für die Stadtkapelle Bergen-Enkheim war, erschienen die Besucher sehr zahlreich. „Musik, die unter die Haut geht“, versprach Stadtkapellen-Vorstand Oliver Eibl den Besuchern zur Eröffnung des Programms. Die Stadtkapelle freue sich sehr, dass so viele Menschen gekommen waren und hoffentlich für den guten Zweck spenden werden, sagte Eibl. Für den Nachmittag hatten die Musiker fast ein Dutzend Stücke eingeübt, die von Swing-Meisterwerken von Duke Ellington bis zu „Somewhere over the Rainbow“ mit einer jazzigen Saxofon-Solostimme reichten. Viele Zuhörer mögen die Konzerte in der noch keine 100 Jahre alten Heilig-Geist-Kirche besonders. Dank der hohen Decken und des weiten Raums war der Sound, den die Blaskapelle zum Besten gab einfach überall präsent und voll da. So mancher Zuhörer schloss da zwischendurch die Augen und schwelgte im Rhythmus der Musik.

Als „fulminanten Auftakt“ stimmte die Gruppe Melodien an, die ihren Ursprung im Chicago Festival in den USA haben, zu dem jedes Jahr tausende junge Menschen kommen, um gemeinsam Musik zu machen. Ein gut gewähltes erstes Lied, das mit seiner Energie den Zuhörern zeigte, was noch auf sie zukommen würde. Später nahm Eibl das Publikum mit auf einen „Stadtbummel durch New York“, vorbei am Central Park, dem Broadway und der Kirche St. Patricks. All diese Orte hat die Stadtkapelle den Anwesenden, in Musik gefasst, nahe gebracht. Eine musikalische Reise, die mit schöner, langsamer Blasmusik anfing und in Tanz und Marsch überging. Einer der Höhepunkte war, als Bläser Herbert Weil zu „Somewhere over the Rainbow“, aus dem Musical „Der Zauberer von Oz“ von seinem Stuhl aufstand und zu einem langen Saxofon-Solo ansetzte, das die Gesangsstimme auf ganz andere Weise ersetzte und dem eigentlich gewohnten Lied einen völlig neuen Klang verlieh. An Abwechslung mangelte es nicht. Das Programm enthielt zwar viele Anlehnungen an den amerikanischen Kontinent, die Stadtkapelle beendete das Konzert dennoch mit dem „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“. Der scheidende Dirigent Istral Lucas strahlte bei diesem Konzert noch ein wenig mehr Energie in seinen Bewegungen aus als sonst.

Unglücklicherweise konnte Gabriele Schwaab vom Kinderhospiz Bärenherz aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen. Der Pfarrer der Gemeinde und Stadtkapellen-Mitglied Dagmar Mehling wussten aber viel über die Einrichtung und waren bereit, ihre Erfahrungen mit den Gästen zu teilen. Mehling beispielsweise erzählte gerührt von Therapie-Hündin Emma, die immer so ruhig an der Seite der Sterbenden stehe. Das Tier sei allen im Hospiz sehr ans Herz gewachsen.

Wer nach einer guten Stunde noch Lust auf gemeinsame Gespräche hatte, war eingeladen, die Musiker kennenzulernen. Wer das Benefizkonzert verpasst hat, hat am 11. Mai die Gelegenheit, die Stadtkapelle zu erleben. Dann findet nämlich das Frühjahrskonzert im Volkshaus Enkheim statt.

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