Seit 16 Jahren bietet die Christuskirche Mittagessen für alle an

Ehrenamtliche Helfer gesucht

In der Küche der Christuskirche wird das Mittagessen für alle zubereitet. Foto: Faure

Ostend (jf) – Das Grillfleisch ist schon fertig, gleich geht es los. Ab zwölf Uhr kann jeder, der möchte, donnerstags in der Christuskirche am Merianplatz 13 vorbeikommen und für 1,80 Euro ein schmackhaftes und frisch zubereitetes Menü bekommen.

„Selbst in der Nachbarschaft ist das nicht überall bekannt“, sagt Pastor Uwe Saßnowski, der seit 2012 an der Christuskirche tätig ist.

Während draußen Menschen an den Flohmarktständen nach passenden Kleidungsstücken oder Haushaltsgegenständen suchen, betreten die ersten Gäste den Gemeinderaum. Pastor Saßnowski hilft schnell mit und stellt den Obstsalat auf die Tische. „Wir bieten immer zwei Menüs an, an diesem Tag neben dem Grillfleisch auch Matjes, Heringssalat und für Veganer ein Gemüseraugout“, erklärt er. Sauerkraut, Kartoffeln, Kräuterklöße und Obstsalat stehen außerdem auf der schwarzen Tafel vor dem Eingang in die Kirche. Ein umfangreiches Angebot.

Um den Koch Ulrich Bechthold scharen sich die Helfer. „Jeden Donnerstag brauchen wir zwischen sechs Uhr morgens und 15.25 Uhr bis zu 30 Ehrenamtliche, die sich um den Flohmarkt, das Essen und die Lebensmittelausgabe kümmern. Aus den Anfangsjahren sind nur noch einige wenige Helfer dabei – auch die sind eben 16 Jahre älter geworden“, erklärt Saßnowski.

130 Gäste kommen im Durchschnitt an den Donnerstagen, etwa 150 Essen werden zubereitet. „Es gibt Stammgäste und auch immer wieder neue Gesichter“, stellt der Geistliche fest. Er legt Wert darauf, dass dieses Mittagessen keine Obdachlosenspeisung ist – jeder ist willkommen, muss keinen Frankfurt-Pass oder Ähnliches vorlegen. Fast die gleiche Bedeutung wie eine warme Mahlzeit hat die Begegnung. Im Saal der Christuskirche kommt man beim Essen ins Gespräch.

Sponsoren unterstützen das ehrenamtliche Engagement. „Früher haben Privatpersonen gespendet, inzwischen geben uns Unternehmen Geld“, erläutert Saßnowski. So konnten neue Stühle und eine Akustikdecke angeschafft werden, 2020 soll die Küche renoviert werden.

„Wir suchen Helfer, die sich ihre Zeit flexibel einteilen können“, sagt der Pastor. Frühruheständler scheint es nicht mehr so zahlreich wie noch 2003 zu geben. „Außerdem werben gegenwärtig viele Organisationen um Ehrenamtliche“, fügt Saßnowski hinzu. Jeden Mittwochabend oder am frühen Donnerstag fährt er mit Helfern zur Kleinmarkthalle, holt noch brauchbare, aber nicht mehr taufrische Lebensmittel ab. Eine große Hilfe. „Wenn nach dem Kochen noch etwas übrig ist, wird es verteilt“, bemerkt er.

In der Christuskirche treffen sich die armenischen Frauen und eine englischsprachige, eine vietnamesische, eine ghanaische und eine deutsche methodistische Gemeinde. Also ein internationales, gastfreundliches Haus.

Bis zum 12. Dezember gibt es den Donnerstags-Mittagstisch noch, dann ist erst einmal bis zum 6. Februar Winterpause. Wer jedoch mithelfen möchte, kann sich gerne bei Uwe Saßnowski (E-Mail: emk.frankfurt@t-online.de) melden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare