Callejon bringen Metal und Deutsch-Rap zusammen – Konzert in der Batschkapp

Sie durchbrechen Genre-Grenzen

Callejon gehen auf „Hartgeld im Club“-Tour und spielen auch in der Batschkapp. Foto: Veranstalter/p

Seckbach (red) – Callejon läuten mit ihrer „Hartgeld im Club“-Tour eine neue Live-Ära ein: Mit ihrem Crossover 2. 0 drehen die Düsseldorfer die deutsche Musikwelt ein Stück weiter.

Von der kreativen Zusammenstellung von Heavy Metal, Deutsch-Rap und Deutsch-Pop können sich Freunde der Musik etwas härterer Gangart am 28. Dezember in der Batschkapp, Gwinnerstraße 5, begeistern lassen.

Die grenzen-übergreifende deutsche Rock/Metal-Band kommt ausgerechnet aus einer Stadt, die für ihr eher konservativ-gehobenes Image irgendwo zwischen Kö und einer der größten Millionärsdichten Deutschlands bekannt ist: Die Düsseldorfer von Callejon haben sich und das Heavy Metal-Genre permanent neu erfunden. Im Winter präsentieren sie sich auf ihrer „Hartgeld im Club“-Tour erneut revolutionär.

Die Grundidee, Heavy Metal, Deutsch-Rap und Deutsch-Pop miteinander zu verbinden, besteht bei der fünfköpfigen Truppe bereits seit 2008. Cover- und Metal-Versionen von Sido und Fettes Brot wurden weiter ausgereift. Auf „Hartgeld im Club“ beschäftigen sich Callejon mit dem modernen Erfolgs-Phänomen des Deutsch-Raps. Denn während im Metal eher Flaute in Sachen Innovation herrscht, durchbricht das Rap-Genre mit schöner Regelmäßigkeit Genre-Grenzen und erfindet sich stetig neu.

„Warum sich also nicht dieses riesengroße Phänomen in seiner Präsenz und Antihaltung mal im Metal-Kontext genauer besehen?“, dachten sich die Musiker. „Hartgeld im Club“ ist ein Cover- aber eben auch Crossover-Album in der Tradition von Veröffentlichungen wie dem „Judgment Night“-Soundtrack, einem Rap-Metal-Grundstein aus dem Jahr 1993, für den Helmet auf House of Pain und Sonic Youth auf Cypress Hill trafen. Die Herangehensweise: Die Identität und Grundidee der Songs erkennen und beibehalten und dann mit großem Besteck in die genau diese Richtung losmarschieren.

Und so fühlt Bausas „Was du Liebe nennst“ sich plötzlich nicht mehr wie die millionenschwere Mitschunkelnummer, sondern das Grundschnurren eines PS-starken Monster-Lowriders an und macht genau deshalb so viel Spaß, weil derartige Wortwahl im Metal sonst nie Platz gefunden hätte. „Ich rolle mit meim Besten“ von Haftbefehl und Marteria bollert noch mehr als das Original. „Palmen aus Plastik“ funktioniert auch ohne Eurodance-Unterbau ganz wunderbar, während „Bros“ von RIN in bester Santana-Dada-Manier daherkommt und „Arbeit nervt“ von Deichkind zur breitwandigen Hochbückung gegen das System mutiert.

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