Dritter Anne Frank Tag

Spoken Word Veranstaltung bei Familie Montez

+
Siham (von links), Cansev Duru, Dalibor Markovic, Samuel Kramer, Sina, Azfar Khan und Sylvia Weber.

Ostend (jf) – Der große Raum des Kunstvereins Familie Montez unter den Bögen der Honsellbrücke bot das passende Ambiente für die erste städtische Spoken Word Veranstaltung.

Wie Bildungsdezernentin Sylvia Weber betonte, sei es kein Poetry Slam, sondern, dem dritten Anne Frank Tag besser angemessen, ein Auftritt verschiedener Slammer ohne miteinander zu konkurrieren. „Wir bringen Poesie und Anne Frank zusammen, wir wollen, dass sie in unseren Gedanken weiterlebt“, unterstrich Kulturdezernentin Ina Hartwig. Anne Frank, die am 12. Juni 90 Jahre alt geworden wäre, verließ 1934 mit ihrer Familie Frankfurt. In Amsterdam lebte sie seit 1942 versteckt und beengt im Hinterhaus. „Sie floh aus Frankfurt und hat ihr Talent mitgenommen“, sagte Hartwig. Sicher habe das Tagebuch Anne Frank im Versteck geholfen. „Es war ein kleines Glück für sie“, bemerkte die Kulturdezernentin.

Das Motto des dritten Anne Frank Tags ist „Lasst mich ich selbst sein“. Die Vortragenden äußerten ihre eigenen Gedanken dazu. Als Erster trat Samuel Kramer, 2016 Hessenmeister im Poetry Slam, ans Mikrofon. In „Swimming“ schaut er auf sich selbst, als er zwölf Jahre alt war. „Ich war eigentlich glücklich, als Zwölfjähriger die Probleme haben zu dürfen, die ich damals hatte“, sagte Kramer im Hinblick auf Anne Frank, die als Zwölfjährige mit einer völlig anderen Lage zurechtkommen musste.

Es folgte Sina aka Diaspor.Art auf Englisch mit der Geschichte ihres Namens; mit einer Abrechnung gegenüber den Vorurteilen, denen sie täglich begegnet. Als queer Lebende sei es im Moment ziemlich frustrierend für sie. Cansev Duru stand als Nächste auf der Bühne und machte sich Gedanken unter dem Titel „Ich chille, also bin ich frei“. Dalibor Markovic, Meister-Slammer und Beat-Boxer, trug einen ziemlich langen Text mitreißend vor und überraschte das Publikum immer wieder.

Über „Menschen mit Sternchen“ hatte sich Siham vom Künstlerkollektiv i,Slam Gedanken gemacht. DJane Be Shoo sorgte für den Sound, Azfar Khan, Dezernat für Integration und Bildung, hatte die Veranstaltung organisiert, Sylvia Weber sprang für die kurzfristig verhinderte Moderatorin ein. Alle, die auf der Bühne vortrugen, wurden Anne Franks Tagebucheintrag „Lasst mich ich selbst sein“ gerecht – auf begeisternd unterschiedliche Weise.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare