Kultur kehrt an Platz zurück

Bethmannpark: Chinesischer Pavillon wird wieder aufgebaut

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Noch ist viel Gerüst zu sehen, doch im Sommer soll der Pavillon im Bethmannpark fertig sein.

Nordend (zmo) – Es ist mittlerweile zwei Jahre her, da erschütterte der Brandanschlag auf den Chinesischen Pavillon viele Bürger Frankfurts. Die unbekannten Täter, die bis heute nicht gefasst wurden, verursachten dabei einen Millionenschaden.

Die Stadt rätselte, wie so etwas überhaupt geschehen konnte und entschied sich rasch für einen Wiederaufbau. „Wir wollen, dass dieser Pavillon in originalgetreuem Zustand wiederhergestellt wird. Um das sicherzustellen, hat die Stadt auf bewährte chinesische Fachkräfte zurückgegriffen, die schon 2007 bei der Sanierung des baufälligen Pavillons dabei waren“, sagte Stadträtin Rosemarie Heilig bei einer Besichtigung der Baustelle im Bethmannpark. „Der Pavillon war versichert, sodass die Kosten für den Wiederaufbau in Höhe von 1,3 Millionen Euro von der Versicherung übernommen werden“, sagte Heilig.

„Nicht ganz einfach waren allerdings die vielfältigen behördlichen und logistischen Aufgaben, die dieses Projekt erforderten. Es mussten Visa und Arbeitserlaubnisse für die chinesischen Bauarbeiter ausgestellt, Transporte koordiniert und Wohnquartiere bereitgestellt werden. Um den Pavillon zügiger wiederherzustellen, sind die meisten Bauelemente schon in China vorprogrammiert und dann auf dem Seeweg über Rotterdam nach Deutschland gebracht worden“, sagte Architekt Martin Beilmann.

In Deutschland gäbe es keine Facharbeiter, die in der Lage wären, derartige Konstruktionen herzustellen. „Für diese traditionelle Bauweise haben wir sogar in China Probleme qualifizierte Handwerker zu bekommen“, räumte der chinesische Architekt Huishen Shen diesen Mangel ein. Dass auf das Frankfurter Grünflächenamt viel Arbeit zukommt, weiß auch Abteilungsleiter Bernd Roser: „Vor allen Dingen müssen nach der Wiederherstellung die gesamten Rasen- und Pflanzflächen erneuert werden, wie auch der Rückbau des provisorischen Weges. Bis September 2019 wollen wir dann aber fertig sein“, sagte Roser, der schon 2007 bei der Sanierung des Pavillons dabei war.

Bekannt wurde auch, dass sich die Stadt Frankfurt mit dem Wiederaufbau des Goetheturms beschäftigt, auf den im Oktober 2017 ebenfalls ein Brandanschlag verübt wurde. Auch hier soll ein möglichst originalgetreuer Nachbau entstehen. Im Mai/Juni 2019 beginnt das Baugenehmigungsverfahren, mit einer Fertigstellung rechne man 2020. Alles solle dann sicherer werden, damit sich ein ähnlicher Anschlag nicht wiederholt. Bislang haben Frankfurter Bürger über 160.000 Euro für den Wiederaufbau „ihres Goetheturms“ gespendet.

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