Das etwas andere Festival

Buntes Treiben zur 18. Sommerwerft

Ostend (jf) – Alles ist noch im Aufbau und in Bewegung. Das Ondaturto Teatro aus Italien bereitet sich auf der Bühne am Jenny-Apolant-Weg auf seine Deutschlandpremiere von „Terra Mia“ vor.

Die Gruppe ist eine von über 200 internationalen Gästen des Festivals, die das Gesicht der Sommerwerft prägen – abseits von Mainstream und Kommerz. Der Eintritt ist frei, 400 ehrenamtliche Helfer aus 30 Ländern sorgen dafür, dass alles läuft. Es gibt ein neues Beduinenzelt mit der gleichen orientalisch wirkenden Ausstattung wie in der alten, beliebten Spielstätte. Auch im großen Theaterzelt hat sich das Podium verändert und ist geräumiger geworden. Und das Festival ist fleischfrei. Fast, denn es gibt nach Wunsch Speck auf dem Flammkuchen. „Noch ungesünder als der Verzehr von Fleisch ist Dogmatismus“, bemerkt Festivalleiter Bernhard Bub, der kaum über das Gelände kommt, ohne angesprochen zu werden. Fleisch sei auf dem Gelände im Sommer immer schwierig gewesen, deshalb verzichte man in diesem Jahr (fast) darauf. Und spare so 36.000 Kilogramm CO2 ein.

Singer und Songwriter Reverend Schulzz spielt mit seiner Band im neuen Beduinenzelt und begeistert das Publikum mit einer Mischung aus urbanem Folk und Underground.

Die Sommerwerft, bei der vieles aus recyceltem Material besteht, zieht ein buntes Publikum an, viele sind Stammkunden, kennen und schätzen die Location und die Atmosphäre. Die Stadt Frankfurt unterstützt das Festival mit 48 500 Euro. Das ist für 17 Tage kein üppiger Topf, aus dem man nach Lust und Laune schöpfen kann. Trotzdem haben die Engagierten um Bub erneut ein Sommerwerft-Programm zusammengestellt, das viele Interessen berücksichtigt und Musik, Tanz, Symposium und Workshops und Raum für den beliebten Flowmarkt an den Sonntagen bietet. Das Areal an der Weseler Werft will auch als Kulturfreiraum für alle verstanden werden, es gibt eine interaktive Installation, eine „Ein-Mann-Zirkus-Show“, die Clown-Truppe Desesperàs, schauspielerische Collagen und am Sonntag, 28. Juli ab 10.30 Uhr den zweiten Umweltlauf „Running fort he Planet“. „An den Wochenenden bieten wir Workshops für Kinder in Shinson Hapkido und zum Theaterspielen an. Außerdem können Kinder die vier Elemente erkunden, Perkussion-Instrumente basteln und sich Airbrush- und Glitzer-Tattoos machen lassen. Natürlich gibt es Performances für Kinder“, sagt Bub. Sein eigenes Stück „Traum einer Sache“ ist am letzten Festivalwochenende als Premiere des Antagon Ensembles zu sehen. Ab jeweils 22 Uhr lädt das Open Air Kino ein.

Mit Engelsflügeln laufen Anna und Josephine über das Areal und erregen die Aufmerksamkeit der Gäste. Sie gehören zur Location „Pimpanelli“, die zu ebener Erde Kaffeespezialitäten und Cocktails und auf dem Dach ihres Containers Plätze mit schönem Blick auf die Sommerwerft und den Main anbietet.

Bei der vom Verein Protagon veranstalteten Sommerwerft ist nichts haarklein und minutengenau geplant, es bleibt viel Raum für Spontanität bei Akteuren und beim Publikum – auch bei diesen Einteilungen sind die Grenzen fließend.

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