„Tierische Erlebnisse – Ferien im Zoo“

Von Braunhaargürteltier bis Löwenkopfäffchen

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Nina Tebati erklärt, wo sich die Orang-Utans in ihrer ursprünglichen Umgebung aufhalten.

Ostend (jf) – Nina Tebati sucht die Namen der Ankommenden auf ihrer Liste. Diese Dienstagsführung für Kinder zwischen sechs und acht Jahren ist mit zehn Anmeldungen ausgebucht.

„Leider melden sich einige nicht ab, das ist schade, denn dann könnte ein Kind auf der Warteliste nachrücken“, bedauert Tebati. Seit über 15 Jahren führt die Pädagogin durch den Zoo. An diesem Tag steht der tropische Regenwald auf dem Programm. Mit den acht Kindern wird zunächst geklärt, wo es auf der Welt tropischen Regenwald gibt und welche Tiere dort vorkommen. Tim, Lino, Aurelia und die anderen wissen schon viel: „Tiger leben da, Schlangen, Affen, Ameisen, Papageien . . . und der Augenfleckbuntbarsch. “.

Zunächst geht es symbolisch nach Sumatra zu den Tigern. Vanni, das männliche Exemplar, streift durch das Außengehege. Nur wenn man genau hinschaut, sieht man ihn. Weiter führt der Weg zum Braunhaargürteltier, das ursprünglich in Südamerika beheimatet ist. „Wie haben die Menschen die Tiere gefangen?“, fragt ein Junge. „Alle Tiere sind in Zoos geboren, es werden keine Tiere mehr gefangen“, erläutert Tebati.

Auf dem Weg zu den Faust-Vogelhallen erklärt Nathan: „Fledermauskot und Mäusekot kann man ganz leicht unterscheiden; Fledermauskot kann leicht zerrieben werden, Mäusekot nicht.“ Der Sechsjährige ist oft im Zoo und hat viel Wissen angesammelt.

Vor der Freiflughalle am Ende des Gebäudes teilt Tebati Schlafmasken aus: „Wer möchte, kann eine Maske aufsetzen und dann in die Halle gehen und erst einmal den Vogelstimmen lauschen.“ Einige setzen die Maske auf, andere nicht. Dann geht es im Gänsemarsch mit einer Hand auf der Schulter des Vordermanns in die Halle. Regnet es? Nicht ganz: Eine Pflegerin besprüht die üppig wachsenden Pflanzen mit einem Schlauch. Auch manche Vögel mögen die sanfte Dusche. „Finden wir alle Vogelarten?“, fragt Tebati.

Sie holt große Bögen aus der Tasche und bunte Stifte: Jedes Kind darf forschen. Wenn es einen Vogel entdeckt hat, wird das mit einem Kreuz auf dem Bogen vermerkt. Schuppenkopfrötel, Fächertaube, Fischerturako, Kragentaube, Zweifarben-Fruchttaube, Weißnacken-Fasantaube, Rotohrbülbül, Straußwachtel und Balistar können gefunden werden.

Viele hölzerne Käfige in der Halle und Plakate mit der Aufschrift „Singvogel-Krise in Asien“, „Das Verstummen der Wälder“ machen auf das Geschäft mit gefangenen Vögeln aufmerksam.

Durch eine Schleuse geht es hinaus und vorbei am Kletterfelsen der Paviane. „Warum haben die einen roten Po?“, will ein Junge wissen. Es sind Sitzschwielen aus Fettgewebe, die das Tier vor Bodenkälte, Nässe und Schmutz schützen. Also nützlich und keineswegs schmerzhaft.

Durch eine Glasscheibe des Bogori-Waldes sind im Freigehege Orang-Utans zu sehen. „Sie leben in freier Natur eher in den Bäumen und nicht auf dem Boden, wo sie zur leichten Beute werden könnten“, erklärt Nina Tebati. In Freiheit fressen sie besonders gern Durian-Früchte – wohlschmeckend, aber süß-faulig riechend. „Bei uns im Zoo bekommen sie weniger Obst und dazu Gemüse“, sagt Tebati. Als die Gruppe über die Galerie den Bogori-Wald betritt, fällt als erstes Tier der schwarzfellige und spitzohrige Binturong, eine Schleichkatze, auf. Das Tier teilt sich das Gehege mit den Orang-Utans.

Das Exotarium und sein Amazonasbecken mit den Augenfleckenbarschen, Rochen und Schildkröten ist der nächste Anlaufpunkt.

Hat jemand Angst vor der Madagaskar-Riesenfauchschabe? Nein. Sieht vielleicht ein bisschen eklig aus, frisst aber nur Pflanzen.

Letzte Station ist das Nachttierhaus mit den hübschen in Südamerika vorkommenden Goldgelben Löwenäffchen und den dort ebenfalls heimischen Kugelgürteltieren.

Es waren zwei überaus lehrreiche und unterhaltsame Ferienstunden mit vielen tierischen Erlebnissen.

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