Theaterfestival "Starke Stücke"

Rund 100 Vorstellungen für Kinder und Jugendliche von Ensembles aus 13 Ländern

+
Sabine von Bebenburg (von links), Susanne Freiling, Marina Andrée und Detlef Köhler stellen das „Starke Stücke“-Programm vor.

Die 26. Auflage des Theaterfestivals „Starke Stücke“ hat es in sich – sie ist mit 19 Inszenierungen aus 13 Ländern die bislang internationalste.

Bornheim - Ensembles aus Belgien, Chile, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Norwegen, Österreich, Spanien, Schweden, den Niederlanden, der Türkei und Deutschland werden ihre Stücke aufführen. 1994 gründeten das Jugendamt Frankfurt, das Theaterhaus und das Gallus Theater dieses Festival. Seit 2008 ist es ein Projekt der Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main. Zurzeit beteiligen sich 26 Veranstalter in 18 Städten.

Im Theater Grüne Soße präsentierten Sabine von Bebenburg, Susanne Freiling, Marina Andrée und Detlef Köhler das Programm für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. „2019 feierten wir das 15-jährige Bestehen der Kulturregion, der gegenwärtig 53 kommunale Mitglieder angehören. Mit dem Festival ‚Starke Stücke‘ haben sich Verbindungen zu weiteren Projekten ergeben“, sagte von Bebenburg. Das Festival bringt Kindern und Jugendlichen besondere Produktionen jenseits des Mainstreams näher.

Bornheim: Drei Privatwohnungen werden bespielt

„Zum zweiten Mal sind wir im Zoogesellschaftshaus, dem künftigen Kinder- und Jugendtheater. Dort findet ‚Das Space Maze Game‘ statt“, sagte Andrée. Viele einzelne Zellen stellen eine labyrinthische Weltraum-Arche dar, die zu neuen Zielen unterwegs ist. Doch was soll bewahrt und mitgenommen werden, was wird nicht gebraucht? Die Verständigung untereinander erfolgt über eine App. Das partizipative, dreistündige Theaterspiel aus Wien und mit Spielleitern aus der Region bezieht das Publikum mit ein und ist für Jugendliche ab 13 Jahren geeignet.

Erstmals werden drei Privatwohnungen bespielt. Vier Tänzerinnen und eine Musikerin aus Oslo verwandeln unter dem Titel „Silence“ die Zimmer in Auftrittsorte einer Tanzperformance. Dabei bleibt es den Zuschauern überlassen, den Tänzerinnen zu folgen oder in den Zimmern zu verweilen.

Bornheim: Schwerpunkt für Kinder zwischen zwei und fünf Jahren

Der Schwerpunkt liegt auf Inszenierungen für Kinder zwischen zwei und fünf Jahren, die meisten davon ohne Sprache. Zwei Drittel der Vorstellungen finden für Kitas und Schulen statt. „Leider finden nicht so viele Familien den Weg ins Theater“, sagt Köhler. „Deshalb tritt ‚Starke Stücke‘ mit einer speziellen Auswahl an speziellen Orten für ein spezielles Publikum an.“ Eine besondere Aufführung ist „Geçmem Gerek“ (Ich muss rüber) eines Theaters aus der türkischen Partnerstadt Eskisehir. Es geht um Krieg und Flucht.

Die Grenzen zwischen Kinder- und Erwachsenentheater werden durchlässiger. „Aber Kinder sind viel stärker an Räume gebunden. Gerade in kleineren Gemeinden ist es schwierig, geeignete Orte zu finden. Das Festival ist eine Herausforderung, weil die meisten Räume feste Bühnen und Zuschauerplätze haben. Solche Anordnungen sind für unsere Stücke jedoch nicht geeignet“, sagte Freiling.

Das Festival ist nicht nur in Frankfurt zu sehen, sondern an 31 Spielstätten. Es gibt viele verschiedene Workshops. Ein Highlight ist auch die Verleihung des Frankfurter Kinder- und Jugendtheaterpreises „Karfunkel“ am 17. März.

(jf)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare