Bilder, amerikanische Frisur und Drachen

Exposition „Wert!Schau!“ von Helmut Werres

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Helmut Werres in seiner Ausstellung „Wert!Schau!“.

Bornheim (jf) – Gleich gegenüber dem Eingang wird der Blick des Betrachters von einer Fülle von Objekten angezogen.

Selbstporträts und beim ersten Hinschauen einfarbige Quadrate, Wandstücke und eine Scheibe, die an einen abnehmenden Mond erinnert, Bleistiftzeichnungen, die es genauer zu erkunden gilt, ein roter, geöffneter Kasten. 38 Exponate von Helmut Werres unter dem Titel „Wert!Schau!“ werden im Ausstellungsaum Eulengasse gezeigt. „Es ist eine der zentralen Ausstellungen innerhalb unseres Jahresthemas ‚Dialektik der Anerkennung’“, sagte Harald Etzemüller, Schatzmeister des Vereins Eulengasse zur Vernissage. Er hat ein kleines, gelbes Buch mitgebracht: „Franz Masereel. Die Sonne. 63 Holzschnitte.“ Masereel war von 1920 bis 1921 Mitglied der Darmstädter Sezession, einer 1919 gegründeten Vereinigung bildender Künstler. Auch Helmut Werres ist Mitglied der Darmstädter Sezession und wurde 1991 mit dem Hauptpreis der Sezession ausgezeichnet. So schlägt der Ausstellungsraum eine Brücke zum 100-jährigen Jubiläum der Darmstädter Sezession, Werres lädt zudem zwei Sezessions-Kollegen zum Gespräch ein.

„Damals stellten sich die Künstler der Darmstädter Vereinigung die Frage, wie sie mit ihrer Arbeit zur Völkerverständigung beitragen können. Eine Frage, die auch 100 Jahre später noch aktuell ist“, sagte Etzemüller.

Kunsthistorikern Cordula Froehlich führte in das Werk von Werres ein. Sie verwies auf die Vielfalt von Malerei, Zeichnung und Objekt: „Da blieb kaum etwas anderes übrig als die Petersburger Hängung.“ Doch ist nicht alles dicht an dicht gereiht, es bleibt Platz zum Luftholen, zur Konzentration für das nächste Exponat. Froehlich würdigte die Kunst von Werres, „Erhabenes darzustellen, ohne sich selbst zu erheben“. Deutlich äußert Werres seine Haltung, das ist vor allem in den Bleistiftzeichnungen zu sehen.

Zur Finissage am Sonntag, 30. Juni, wird um 17 Uhr Sezessions-Mitglied Nikolaus Heyduck mit Helmut Werres sprechen. Zur Ausstellung, die donnerstags von 17 Uhr bis 21 Uhr, freitags von 15 Uhr bis 18 Uhr und sonntags von 15 Uhr bis 19 Uhr geöffnet hat, ist ein Katalog mit Unterstützung des Kulturamts der Stadt Frankfurt erschienen.

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