Verband Frankfur ter Frauen für Kultur und Bildung feiert Geburtstag

Sie bereichern Frankfurt seit 70 Jahren

Vorne (von links): Monika Hofmann, Jutta Vollack, Waltraud Hofmann, Rosemarie Wieland; dahinter (von links): Gertraud Molkenthin, Helga Gibbels, Angela Arncken und Ursula Hotz – vor dem Eingang zum Josefsaal. Foto: Faure

Bornheim (jf) – Fini Pfannes, 1894 geboren, war eine resolute Frau. Die in Frankfurt lebende Unternehmerin gehörte zu den Mitgründerinnen des Deutschen Hausfrauen-Bundes, dessen Neuorganisation 1949 abgeschlossen war.

Deshalb gilt das Jahr auch als wichtiges Datum für den seit zehn Jahren unter dem Namen Verband Frankfurter Frauen für Kultur und Bildung tätigen Vereins. Sein 70-jähriges Bestehen feierte er im Josefsaal in Bornheim. Jutta Vollack, Erste Vorsitzende, begrüßte die Anwesenden: „1949 standen Kochen mit wenig Zutaten und Nähen aus alten Sachen im Vordergrund. Heute sind es die Themen Kultur, Bildung und Freizeit. “.

Stadträtin Erika Pfreundschuh gratulierte und betonte im Hinblick auf die Stadtregierung: „Der Römer weiß, was er an Ihnen hat.“ In schwerer Zeit sei der Verband entstanden. „Damals haben die wenigsten an Theater und Museen gedacht. Gegenseitige Hilfsbereitschaft war wichtig. Heute gibt es keinen Hunger mehr, aber Armut und Einsamkeit. Die Gemeinschaft ist also auch heute gefragt, denn der Staat kann zwar die Daseinsvorsorge regeln, aber kein Beisammensein organisieren.“

Stadträtin Elke Sautner fügte hinzu: „Frauen arbeiten im Verband für Frauen. Und damit auch für die Gesellschaft.“ Das 1918 erkämpfte Frauenwahlrecht bestehe noch gar nicht so lange. Bis 1977 musste es der Ehemann laut Gesetz erlauben, wenn die Frau arbeiten gehen wollte. Irgendwann war der Begriff „Hausfrau“ nicht mehr zeitgemäß: „Aber aus der Tätigkeit der Hausfrau gingen Berufe zur Kinderbetreuung und in der Pflege hervor“, erklärte Sautner. Für die in diesen Berufen Tätigen seien mehr Anerkennung und bessere Löhne notwendig.

Laudator Bodo Pfaff-Greiffenhagen würdigte das Engagement des Verbandes: „Wer seit 70 Jahren besteht, muss viel richtig gemacht haben.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg seien vor allem die Frauen und Kinder die Leidtragenden gewesen. „Mein Vater ist früh gestorben, meine Mutter, die arbeitete, musste die drei Kinder alleine versorgen und durchbringen“, erinnerte sich Pfaff-Greiffenhagen an die eigene Kindheit. Er weiß also, wovon er spricht. Es ging zunächst darum, mit wenig viel zu erreichen; schmackhaftes Essen, tragbare Kleidung. „Die Frauen haben viel geleistet“, erkannte der Laudator an. Erneut beschäftigten sie sich mit aktuellen Themen wie Kultur und Bildung, seien eine echte Bereicherung für Frankfurt.

Neben Waltraud Hofmann und Gertraud Molkenthin sorgte auch Monika Hofmann maßgeblich mit dafür, dass die Geburtstagsfeier eine runde Sache wurde. Monika Hofmann war vor 15 Jahren zum derzeit etwa 100 Mitglieder starken Verein gekommen. „Mir fehlte die Gemeinschaft, eine Freundin hat mich dann zum Verein geholt“, erzählte die 76-Jährige. „Ich liebe Geschichte, bin im Literaturkreis und nehme am Runden Tisch, an dem es Vorträge und Diskussionen gibt, teil“, sagte sie. Die Damen reisen auch, lernen Englisch und Italienisch, gehen ins Fritz-Rémond-Theater und in Die Komödie. „Museumsbesuche gibt es natürlich ebenfalls. Wir haben die Rubens- und die Tizian-Ausstellungen im Städel gesehen, können uns als Gruppe eine eigene Führung leisten“, berichtete Waltraud Hofmann. Demnächst steht Van Gogh auf dem Programm.

Doch das ist längst nicht alles. Soziales Engagement und Mitarbeit im Bornheimer Vereinsring ist dem Verband, der seinen Sitz in der Saalburgstraße 12 hat, wichtig. So unterstützt er beispielsweise die Praunheimer Werkstätten, das Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden und die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte in Frankfurt.

„Ich wünsche mir noch viele aktive Jahre für den Verein – und mehr Mitglieder“, sagte Hofmann. Dann wurde sie von einer anderen Dame am Ärmel gezupft; sie gehörte an diesem Nachmittag zu viel Gefragten. So ist das in der Gemeinschaft.

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