Ein aufgepeppter Birnbaum

Schüler rappen in der Seniorenwohnanlage

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Tolle Gemeinschaftsaktion: Die Kinder rappen nach Fontanes „Birnbaum“ und die Senioren stimmen mit ein.

Bornheim (jf) – Demokratische Entscheidung: Elf zu acht für die Seniorenwohnanlage. So jedenfalls votierten die Mädchen und Jungen der Klasse 4a der Kirchnerschule, als es um eine Veranstaltung am bundesweiten Vorlesetag ging.

Sie wollten mehrheitlich in einem Seniorenheim vorlesen. Da lag es nahe, bei der Altenwohnanlage der Awo in der Falltorstraße anzufragen. „Monika Dembinski vom Sozialen Dienst, die auch den Seniorenclub betreibt, wollte aber keine Märchen, sondern lieber Gegenwartsliteratur“, erzählte Klassenlehrerin Manuela Adalati. Kein Problem. Im Unterricht lasen die Mädchen und Jungen ohnehin gerade „Sandalenwetter“ von Ute Wegmann, in dem es um erste Gefühle von Charlotte und Karl, beide ebenfalls Viertklässler, geht. Passt.

„Schon vor den Herbstferien haben wir uns mit unserem öffentlichen Auftritt beschäftigt und dann in den letzten Wochen geübt“, sagte Adalati. Musik sollte ebenfalls dabei sein, deshalb kam Musikpädagogin Esther Groß mit in die Seniorenwohnanlage und begleitete die Kinder bei „Bunt sind schon die Wälder“, das den Auftritt einleitete, auf der Gitarre.

Ein Mädchen und ein Junge moderierten. Es wurde mit verteilten Rollen gelesen, ein Tanz als musikalisches Zwischenspiel lockerte die Veranstaltung auf. Franz, Simeon, Suzanne, Mathilda, Nike, Imogen, Stella, Mino, Karl und die anderen Neun- und Zehnjährigen, insgesamt 20 Kinder, legten sich mächtig ins Zeug und erhielten dafür viel Beifall von den Zuhörern.

Ein Auftritt, der lange in Erinnerung bleiben wird

Mit dem bekannten Gedicht „Der Birnbaum“ von Theodor Fontane, in dem es um Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland und einen Birnbaum geht, bewiesen die Kinder nicht nur, dass sie diese Zeilen ziemlich gut auswendig gelernt hatten. Sie waren außerdem auf den Einfall gekommen, das Gedicht als Rap mit Musik zu präsentierten – zweimal. Beim zweiten Mal forderten sie die Senioren zum Mitrappen auf. Das war eine gute Idee, die ankam.

Monika Dembinski erhielt stellvertretend für die Anwesenden eine Urkunde für gutes Zuhören, eine Seniorin fragte, ob die Kinder noch einige kurze und witzige Gedichte hören wollten. Wollten sie! Also lernten sie ein schauriges Suppenrezept kennen, erfuhren etwas über die Erziehung von Ferkeln und hörten eine Nudel klagen.

„Ihr könnt gerne wiederkommen“, verabschiedete Dembinski die Klasse, und die Seniorenrunde nickte zustimmend. „Es hat richtig Spaß gemacht“, sagte Simeon, „Frau Adalati hat uns aber auch gut angesprochen.“ Ein prima Auftritt, der wohl Kindern und Senioren noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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