Künstler Dennis Meseg installiert 111 Schaufensterpuppen vor der EZB

Auffälliges Mahnmal zur Corona-Zeit

Der Mann hinter der Installation: Künstler Dennis Meseg. Fotos: p

Ostend (red) – „It is like it is“, zu Deutsch: „Es ist, wie es ist“. Unter diesem Titel reist der Bonner Künstler Dennis Meseg aktuell durch Deutschland. Mit im Gepäck: 111 Schaufensterpuppen, umwickelt mit rot-weißem Flatterband. Nun war er auch in Frankfurt zu Gast.

Direkt vor der Europäischen Zentralbank hat er seine Mannequins aufgestellt. Er ist damit vor allen Dingen eines: Aufgefallen.

Zu dieser Kunstinstallation hat er sich durch die Corona-Krise inspirieren lassen. Sie soll zu mehr Achtsamkeit und Wertschätzung sich selber, seiner Umwelt und seinen Mitmenschen, Familie und Freunden gegenüber mahnen. „Wir sollten nichts als selbstverständlich nehmen, wahrnehmen wie wertvoll alles um uns herum ist und bedenken, wie schnell sich alles um uns herum verändern kann“, sagt Meseg.

Niemand, egal aus welcher Bevölkerungsschicht, egal ob Jung oder Alt, kommt in diesen Tagen am Thema „Corona“ vorbei. Die Installation „It is like it is“ soll das Unfassbare fassbar machen. Die Schaufensterpuppen haben zu Beginn des Jahres noch in den Auslagen der Geschäfte gestanden. Sie haben bunte Kleidung präsentierend. Nun stehen sie in Mesegs Installation einförmig beieinander und sind nur noch durch ihre Größte zu unterscheiden.

Rotweißes Flatterband soll die unüberwindbare Trennung dokumentieren, die das momentan eingeschränkte Leben und die Beschneidung der Grundrechte aller Menschen mit sich bringen. „Eine vertraute Gemeinschaft wird aufgelöst in eine Herde aus Individuen. Alle sind separiert. Jeder sehnt sich nach vertrauter Nähe“, sagt Meseg.

„It is like it is“ soll auf berührende Weise den hohen Stellenwert der Kunst aufzeigen. Schon im Alltag wichtig und wertvoll, sei sie gerade jetzt ein kostbares Element im Überlebenskampf der Gesellschaft, ist sich Meseg sicher. „Sie verbindet, wo keine Verbindung mehr besteht, und sie stärkt unsere Zuversicht, weil sie sichtbar macht, was als gesichtsloser, düsterer Spuk durch unsere Gedanken geistert“, fasst Meseg zusammen.

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