Unterstützer in schweren Zeiten

Arbeitslosenzentrum hilft bei Problemen und Sorgen

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Harald Rein vor den Computerplätzen des Falz.

Nordend (zlu) – Erwerbslosigkeit macht arm, Armut macht hilflos. Ein Leben am Existenzminimum wirft Probleme auf, die die Betroffenen oftmals nicht mehr alleine bewältigen können.

Das 1982 aus einer Selbsthilfeeinrichtung entstandene Frankfurter Arbeitslosenzentrum (Falz), ist eine professionelle, kostenlose Beratungsstelle, die sich an den Interessen und Bedürfnissen der Ratsuchenden orientiert. In den meisten Fällen geht es dabei um Auseinandersetzungen mit der Arbeitsagentur, Jobcentern und Sozialrathäusern, wobei die Mitarbeiter auch immer einen Blick auf die ganzheitliche Lebenssituation ihrer Klienten richten. „Die Leute kommen mit einem kleinen Problem zu uns. Wenn man länger mit ihnen redet, merkt man, dass da noch einiges Anderes hinten dran hängt”, erklärt Sozialwissenschaftler Harald Rein, der bereits seit 1988 als Sozialarbeiter und Berater für das Zentrum fungiert.

„Oft werden die Leute von Amt zu Amt geschickt. Wir versuchen dann alles hier vor Ort zu klären.” Manchmal gelinge es, mit den entsprechenden Stellen selbst zu verhandeln. Was oft zu Änderungen der Bewilligungs-Bescheide führt, bei denen die Fehlerquote in den Berechnungen laut Harald Rein relativ hoch ist. Nicht selten geht ein Fall aber auch ins Widerspruchsverfahren, wobei das Falz auf Rechtsanwälte für Arbeits- und Ausländerrecht zurückgreift, gegebenenfalls auch für die entsprechende staatliche Unterstützung sorgt und die Prozesse in den meisten Fällen auch gewinnt. Die Gespräche finden ausnahmslos in geschütztem Rahmen statt, sodass auch schlechte Erfahrung mit Ämtern und Sorgen, die diese mit sich bringen vorgetragen werden können.

Individuelle Hilfe für jeden

Jeder, der telefonisch einen Termin vereinbart, bekommt für sein Anliegen 45 Minuten gewidmet, um seine persönliche Lebenssituation frei von Zeitdruck schildern zu können. Neben der allgemeinen sozialen Beratung für Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet ist der Verein auch für die Schuldnerberatung für die Stadtteile Schwanheim, Niederrad und Goldstein zuständig. Über E-Mail-Kontakt ist er ebenfalls in der Beratung vertreten, wobei die Mitarbeiter bemüht sind, die Anfragen so schnell und direkt wie möglich zu beantworten. Auch wer einfach nur Unterstützung beim Schreiben eines Lebenslaufs, bei der Recherche von Stellenangeboten, zur Lösung von Problematiken braucht, oder lediglich etwas tippen und ausdrucken möchte, dem stehen im Eingangsbereich der Niederlassung in der Friedberger Anlage 24 drei Computerplätze zur Verfügung.

Das Frankfurter Arbeitslosenzentrum ist eine Assoziative, die auch politisch aktiv ist und sowohl in Frankfurt, als auch bundesweit mit anderen Arbeitslosen- und Wohninitiativen vernetzt ist und mit gemeinsamen Aktivitäten bestimmte Forderungen öffentlichkeitswirksam präsentiert. „Wenn man wirklich Veränderungen will, dann muss man sich auch politisch betätigen”, sagt Harald Rein. „Um unsere Dienste in Anspruch zu nehmen, muss man übrigens nicht zwingend arbeitslos sein. Arm sein reicht vollkommen.”

Weitere Infos gibt’s auf www.falz.org oder per E-Mail an zentrum@falz.org. Termine werden unter 069-700425 vergeben.

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