Kumar, Nobody und Junio

Anni Fuchs führt durch Katzendschungel und Ukumari-Land im Zoo

Anni Fuchs füttert den Großen Ameisenbär Junio, den die Besucher sogar streicheln dürfen. Foto: Faure

Ostend (jf) – Erstaunlich viele Menschen sind bei Temperaturen um die 36 Grad am Freitag zur Abendführung in den Zoo gekommen. Ein kühles Bad unter dem Wasserfall im Ukumari-Land ist für sie nicht vorgesehen. Leider.

Oder glücklicherweise, denn Begegnungen mit Brillenbären haben nichts mit Streichelzoo zu tun.

Erste Station ist der Katzendschungel. Revierleiterin Anni Fuchs, die sich um den Dschungel und das Ukumari-Land kümmert, informiert über Neuigkeiten rund um das im September 2018 geborene Fossa-Männchen. „Wir haben es plötzlich ein paar Tage in der Schlafkiste gefunden und uns Sorgen gemacht. Schließlich haben wir entdeckt, dass es nur noch drei Beine hat – es muss sich eingeklemmt haben und wollte sich befreien. Dabei hat es ein Bein verloren.“ Fuchs versichert: Katzen kommen gut mit drei Beinen klar. Also wurde Fipsi, so nannten die Pfleger den Kleinen, aufgepäppelt. Vor kurzem ist das Fossa in einen belgischen Zoo gekommen und kann nun für Nachkommen der gefährdeten Tierart sorgen.

Anni Fuchs berichtet über den unkompliziert zu trainierenden Tiger-Mann Vanni und die 18-jährige Tiger-Dame Malea. Außerdem: „Das Gehege der Rostkatzen muss umgestaltet werden, aber dazu fehlt die Zeit. Pfleger aus allen Revieren sind gegenwärtig dabei, 2500 Säcke frische Blätter zu sammeln – das wird im Winter als Futter gebraucht.“ Doch im September sollen die Rostkatzen in ihr neues Zuhause im Katzendschungel einziehen. Natürlich leiden auch die Tiere unter der Hitze. Malea badet gerne in einer Blechwanne.

Weiter geht es hinauf aufs Dach des Ukumari-Landes mit imposanten Einblicken auf das naturnah gestaltete Gelände. Allerdings tummeln sich gerade weder Brillenbären, noch Brüllaffen oder Wildhunde zwischen Bäumen, Schaukeln und Wasseranlagen. Nur schwarze Bärennasen sind von oben auszumachen.

Im „Hinterland“ springt ein Totenkopfäffchen durch den Käfig. „Das Tier ist zu alt, um noch von einer Gruppe akzeptiert zu werden. Also bleibt es hier“, erklärt die Revierleiterin. Auch zwei Klammeraffen und die Rostkatzen, die vor einiger Zeit zweifachen Nachwuchs bekommen haben, leben im Hintergrund.

Unten dürfen die Besucher noch einmal hinter die Kulissen schauen und im Gang an den Gehegen der Brillenbären, Wildhunde und Großen Ameisenbären vorbeilaufen. Hinter den stabilen Gittern warten die Tiere schon auf Leckerli: Anni Fuchs und Tierpflegerin Stephanie Skudlarek, haben Erdnüsse dabei, die sehr beliebt bei den Bären sind. Das ist längst nicht mit allen Lebensmitteln so: Während Nobody von Honig begeistert ist, mag Bärenmama Cashu diese Speise gar nicht. Kein Wunder, dass Nobody mit 148 Kilogramm ein bisschen zu schwer ist: „Er sollte etwa 18 Kilo weniger haben“, sagt Fuchs. Die im Nachbarbereich untergebrachten rund 7,2 Kilogramm schweren Wildhunde vertragen sich gut mit den Bären, wobei klar ist, wer das Sagen hat: Wenn Nobody einmal mit der Tatze auf den Boden schlägt, ist Ruhe.

Ruhe ist auch bei den drei Großen Ameisenbären eingekehrt. Doch im Tiefschlaf scheinen sie noch nicht zu sein – Naturjoghurt geht immer. Als Junio vor einem Jahr geboren wurde, wog er 1360 Gramm, nun bringt er 34 Kilogramm auf die Waage. Und wird bald auf den Umzug in den Zoo Münster vorbereitet. „Große Ameisenbären sind faszinierende Tiere. Kein anderes Tier hat eine Chance gegen einen Jaguar. Der Große Ameisenbär dagegen würde sich in freier Natur aufrichten und seine Krallen zeigen – und sie notfalls auch einsetzen.“ Anni Fuchs allerdings kann zu Falin, Ines und Nachwuchs Junio ins Gehege gehen – die Tiere kennen sie und fressen ihr aus der Hand.

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